Erfurter Ereignisse und Daten

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vom Jahre 1849 bis zur Gegenwart

1849: 1. Mai: Gründungstag des „Erfurter Allgemeinen Anzeigers”, jetzt „Thüringer Allgemeine Zeitung”.
19. September: Geh. Med.-Rat Dr. Zschiesche, Geschichtsforscher und langjähriger Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Altertumskunde in Erfurt, in Halberstadt geboren.

1850: 20. März: Beginn der Tagung des Unionsparlaments in der Augustinerkirche zu Erfurt; unter den Teilnehmern befand sich Bismarck.
24. Juli: Saniltäsrat Dr. Richard Loth, in Erfurt („Geschichte der Medizin und der Ärzte in Erfurt”), zu Halle a. S. geboren.
1. August: Der erste einheitliche Personentarif der Eisenbahndirektion Erfurt tritt in Kraft.

1851: 19. Januar: Bestattung des Generalfeldmarschalls Frhrn. v. Müff-ling auf dem Brühler Friedhof (jetzt Stadtgarten).
26. Juli: Frhr. Karl v. Oldershausen wird in der Predigerkirche zum Ersten Bürgermeister der Stadt Erfurt eingeführt (gest. 12. Dezember 1884).

1857: 27. August: General der Infanterie Oskar v. Hutier, im Weltkrieg Oberbefehlshaber der 18. Armee, Eroberer von Riga und Ösel-Dagö, in Erfurt geboren.

1858: 23. Januar: Oberbaurat Otto Erlandsen, Geschichtsforscher, in Erfurt geboren.

1861: 26. Januar: Feierliche Übergabe der am 15. Oktober 1860 verliehenen Fahnen an das 1. und 2. Bataillon Inf.-Regts. Nr. 71 durch Major Bothmer auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz.

1862: 13. Juli: Erste Aushebung von Steinsalz im Bergwerk in der Johannesflur.

1863: 4. März: Gründung des Vereins für Geschichte und Altertumskunde, Erfurt.
14. März: Großer Brand Grafengasse Nr. 1629.
21. August: Großer Brand Schmidtstedter Straße Nr. 512.

1864: 31. Januar, nachts 11 Uhr: Großer Brand in der Steinmühle (Venedig).
4. Juni, nachts 1¾ Uhr: Großer Brand Moritzgasse 3013.
12. Juni: Errichtung der Kreissynoden.

1865: 8. September, abends 6½ Uhr: Großfeuer in der Löbervorstadt.
9. bis 17. September: Große Internalionale Ausstellung von Produkten des Land- und Gartenbaues in Poppes und Vogels Garten.

1866: (Cholerajahr): 10. September: Rückkehr des 1. und 3. Bataillons 1. Thür. Inf-Regts. Nr. 31 aus dem Kriege mit Österreich; feierlicher Einzug.
17. September: Rückkehr der damals in Erfurt in Garnison stehenden Abteilung des Magdeburgischen Feldartillerie-Regts. Nr. 4 aus dem Kriege mit Österreich.
24. November, 5 Uhr früh: Großer Brand in der Schmidtstedter Straße.

1867: 9. September: Enthüllung des Reichart-Denkmals auf dem Gelände des jetzigen Kaiserplatzes (1911 nach dem Pförtchen versetzt; Christian Reichart, 1685-1775, war der Begründer des Erfurter Gartenbaues).

1868: 21.-25. September: 1. Versammlung des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts-und Altertumsforscher und große Altertümerausstellung in Erfurt.

1869: 10. Juni: Brand in der Mühlgasse.
23. Juli, nachmitlngs 4 Uhr: Großfeuer in der Neuwerkstraße.
17. August: Eröffnung der Eisenbahnstrecke Erfurt-Nordhausen.
27. August: früh 1¾ Uhr: Großer Brand Fischersand 2234, und nachmittags 3 Uhr Johannesvorstadt 719.
4. Dezember: Großfeuer Andreasstraße 2937.

1870: 6. Januar: Grundsteinlegung zum neuen Rathaus (das alte war 1258 erbaut worden).
18. Juli: Großes Thüringer Sängerbundesfest in Vogels Garten.
19. Juli: Die französische Kriegserklärung wird in Erfurt bekannt.
9. September: Ankunft französischer Kriegsgefangener in Erfurt.

1871: 16. März: Kaiser Wilhelm I. und Generalfeldmarschall Graf v. Moltke werden auf der Rückkehr vom französischen Kriegsschauplatz in Erfurt empfangen.
21. März: Das 1. Bataillon Landwehr 71 rückt wieder in Erfurt ein.
3. September: Gründung des Kriegervereins 1870/71.
16. Oktober: Eröffnung des Städtischen Friedhofes am Steiger (jetzt Sübfriedhof, geschlossen 7. Juli 1916; nur noch Krematorium in Betrieb).
20. November: Erfurt scheidet aus dem Landkreis aus und bildet mit seiner Feldmark einen eigenen Stadtkreis (1. Januar 1872).

1872: 1. November: Errichtung des Feldartillerieregiments Nr. 19 in Erfurt.

1873: 1. Oktober: Erfurt hört auf, Festung zu sein.

1874: 16. Januar: Beginn der Entfestigung der Stadt mit der Einebnung des Hornwerks auf dem Petersberg.
10. Oktober: Erste Ziviltrauung in Erfurt.
24. Oktober: Eisenbahndirektor Karl Herrmann (geb. 24. September 1797 in Erfurt), Geschichtsforscher (Bibliotheka Erfurtina), Stadtrat (1839-50), in Erfurt gestorben; nach ihm wurde der Roßmarkt „Herrmannsplatz” genannt.

1875: 4. Februar: Auflösung des Erfurter Bischöflichen Geistlichen Gerichts.
12. April: Legung der ersten eisernen Rohre zum neuen Wasserwerk, am Kartäuserwall begonnen.
19. November: Das neuerbaute Rathaus wird bezogen.

1876: 13. Januar: Erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im neuerbauten Rathaus.
22. März: Enthüllung des Kriegerdenkmals für 1870/71 im Hirschgarten.
6. Juni: Erste Hauptversammlung des Dentschen Lehrertages in Erfurt.
9. September: Eröffnung der Allgemeinen Deutschen Gartenbauausstellung und Einweihung des Augustaparks im Steiger in Anwesenheit der Kaiserin Augusta, der Protektorin der Ausstelluug.

1877: 26. Juli: Major Rudolf Böckner (geb. 1815), Erforscher der Erfurter Bau- und Kunstdenkmäler, gestorben.

1878: 26. Mai: 600jähriges Jubiläum der St. Severikirche.
21. Oktober: Der Erfurter Kunstmaler Friedrich von Nerly in Venedig gestorben.

1879: 16. Januar: Mit der Niederlegung des Schmidtstedter- und des Krämpfertores wird begonnen.
2. April: Auflösung der in Erfurt seit 200 Jahren bestehenden Zweigniederlassung des Ordens der Ursulinerinnen.

1880: 16. Januar: Mit der Niederlegung des Johannestores wird begonnen.

1881: 1. Oktober: Eröffnung der Eisenbahnstrecke Erfurt-Sangerhansen.

1882: 3. Juni: Feierliche Einweihung des großen Festsaals im Rathaus in Gegenwart des Generalfeldmarschalls Graf v. Blumenthal und der Minister v. Goßler, von Puttkamer und Frhr. von Lucius-Ballhausen.
30. November: Konzessionserteilung für die Straßenbahn.

1883: 7. und 8. August: Große Vorfeier von Luthers 400. Geburtstag; Festzug.
20. September: Kaiser Wilhelm I. besucht Erfurt, mit ihm Kronprinz Friedrich Wilhelm, Graf v. Moltke, Fürst Bismarck u. a.
9., 10., 11. November: Große Veranstaltungen zu Luthers 400. Geburtstag; Auführung von Ludwig Meinardus (Bremen) Oratorium „Luther in Worms”.

1883/84: Bau des neuen Postgebäudes am Anger (Anbau gegenüber der Kaufmannskirche 1894/95).
4. September: Einweihnng der (neuen) Synagoge in der Kartäuserstraße.
12. Dezember: Oberbürgermeister Frhr. Karl v. Oldershausen (geb. 1816, seit 26. Juli 1851 in Erfurt) gestorben.

1886: 16. Januar: Professor Dr. Hermann Weißenborn, Historiker von Erfurt, gestorben.
27. Juni: Eröffnung des Städtischen Museums.
30. August: 25jähriges Dienstjubiläum des Bürgermeisters Kirchhoff.

1887: 15. September: Gymnasialdirektor Dr. Hartung, Geschichtsforscher von Erfurt (Häuserchronik), gestorben.

1888: 10. März: Trauerfeiern anläßlich des Todes Kaiser Wilhelms I.
20. Juni: Öffentliche Gedächtnisfeiern anläßlich des Todes Kaiser Friedrichs III.

1889: 31. Oktober: Enthüllung des Lutherdenkmals vor der Kaufmannskirche.

1890: 30. März: Dr. Robert Boxberger, Historiker von Erfurt (1836 geboren), zu Bad Sulza gestorben.

1891: 15. bis 17. September: Kaisertage in Erfurt; am 13. Kaiserparade bei Gamstädt.

1893: 15. Juli: 50jähriges Jubiläum des Thüringer Sängerbundes in Erfurt.
11. September: Beginn der Arbeit für den elektrischen Betrieb der Straßenbahn.
1. November: Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs.

1894: 1. Juni: Eröffnung der Thüringer Gewerbe- und Industrieausstellung.
30. Juni: 50jähriges Bestehen des Realgymnasiums.
5. November: Feier der 400jährigen Wiederkehr des Geburtstages Hans Sachs' (der einst als Handwerksbursche im Gasthaus „Zum Schwan” sich der Zechprellerei schuldig gemacht und dafür eine Nacht hindurch eingesperrt worden sein soll).

1895: 2. April: Feier des 80. Geburtstages Bismarcks, dem das Ehrenbürgerrecht der Stadt Erfurt verliehen wurde.
2. Dezember: Oberbürgermeister Dr. Hermann Schmidt wird in sein Amt eingeführt, das er bis 30. November 1919 bekleidet.

1896: 3. Juli: Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes in der Schillerstraße (von 1822, bis dahin war das Kgl. Gymnasium in der jetzigen I. Kalholischen Bürgerschule, Schlösserstraße 7).
25. Juli: Die Buchbinderinnung begeht ihr 300jähriges Bestehen.

1897: 23. Februar: 25jähriges Dienstjubiläum des Bürgermeisters Ernst Lange (trat 1907 in den Ruhestand und starb 1908).
4. März: Der frühere Oberbürgermeister Richard Breslau von Erfurt, in Bad Sachsa (Harz) gestorben.
1. Oktober: Eröffnung des Proxschen Musikinstituts (Konservatorium).
3. Oktober: Eröffnung der Volksbibliothek mit Lesehalle.

1898: 1. Oktober: Eröffnung der Staatlichen und städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule.

1899: 10. Oktober: Bürgermeister Kirchhoff, Verfasser zahlreicher Schriften, gestorben.

1900: 26. April: Gründung der Handwerkskammer Erfurt.
17. Juli: Stadtarchivar Dr. E. Beyer, Geschichtsforscher von Erfurt, gestorben.
29. April: Grundsteinlegung der neuen St. Thomaskirche in der Schillerstraße, die am 16. Juni 1902 eingeweiht wird. (Die alte Thomaskirche, in der Löberstraße, wird 1372 zum ersten Male erwähnt.)
6. August: 500-Jahrfeier der Erfurter Schneiderinnung.
25. August: Enthüllung des Reiterstandbildes Kaiser Wilhelms I. am Kaiserplatz, im Beisein des deutschen Kaiserpaares.
2. September: Eröffnung bes Luisenparks.

1901: 27. April: Grundsteinlegung zum Bau des Bismarckturms, der am 1. September 1901 eingeweiht wird.
1. Oktober: Eröffnung des Städtischen Elektrizitätswerkes.
19. Oktober: Die erste elektrische Straßenbeleuchtung in Erfurt.

1902: 21. August: Hundertjahrfeier anläßlich der Zugehörigkeit Erfurts zum Königreich Preußen.

1904: 1. Juli: 150jähriges Bestehen der Erfurter Akademie gemeinnütziger Wissenschaften.
25. September: Großer Archivtag in Erfurt.

1905: 2. Juli: Einweihnug des Thüringer Lehrerinnenheims in Erfurt.
26. August: Die erweiterte Erfurter Hütte in den Alpen wird in Betrieb genommen.

1907: 31. März: Nach 35jähriger Tätigkeit tritt Bürgermeister Ernst Lange in den Ruhestand.
11. August: Gymnasialdirektor Dr. Thiele, Geschichtsforscher von Erfurt, gestorben.

1908: 16. Oktober: Bürgermeister a. D. Ernst Lange, Ehrenbürger der Stadt Erfurt, gestorben.
4. November: ein kleines, am 6. November: ein größeres Erdbeben wird in Erfurt wahrgenommen.

1909: 9. Juni: 400jährige Erinnerung an das „Tolle Jahr” 1509 und den Obervierherrn Heinrich Kellner.

1910: 24. Oktober: Einzug des Jäger-Regiments z. Pf. Nr. 6 in die neue Kaserne, Epinaystraße, am Steiger.

1911: 1. Januar: Das Gaswerk geht von der Dessauer Kontinental-Gesellschaft in den Besitz der Stadt über.
4. März, abends ¾6 Uhr, flog zum ersten Male ein Flugzeug über Erfurt (der Franzose Poulain).
6. März: Geh. Kommerzienrat Hermann Stürcke, langjähriger Stadtverordnetenvorsteher und Ehrenbürger Erfurts, gestorben.
28. April: Eingemeindnng Ilversgehofens, als Stadtteil Erfurt-Nord, in die Stadt Erfurt, deren Einwohnerzahl dadurch von 111 407 auf 124 023 steigt.
2.-7. Juli: Feier des 350jährigen Bestehens des (Kgl.) Erfurter Gymnasiums.
8. September: Das Luftschiff „Schwaben” fährt vormitlags zum ersten Male über Erfurt (am 28. Juni 1912 verbrannte es).
10. November: Einweihung des Gustav-Adolf-Denkmals an der Predigerkirche.

1913: 13. September: Eröffnung des neuen Schlacht- und Viehhofs.
28. September: Generalversammlung der Dentschen Geschichts- und Altertumsvereine.
16. Dezember: Einweihung des Neubaues der Luise-Mücke-Stiftung.

1914: 3. April: Zum ersten Male landet ein Zeppelin-Luftschifft „Z. 2”, auf dem Johannesplatz.
8. August: Buß- und Bettag in allen Kirchen anläßlich des Kriegsbeginns.
17. August: Die ersten 278 schwerverwundeten Krieger, darunter 78 Franzosen, werden im Städtischen Krankenhause untergebracht.
24. August: Der neue Hauptfriedhof, an der Binderslebener Landstraße, wird geweiht.

1915: 19. März: Die Stadtverordnetenversammlung bewilligt zur 2. Kriegsanleihe wiederum 1½ Millionen Mark; in Erfurt wurden auf diese 27 685 000 Mark gezeichnet.
23. September: Zur 3. Kriegsanleihe wurden bei der Erfurter Reichsbankkasse 42½ Millionen Mark gezeichnet.

1916: 20. Januar: Patenschaftsübernahme der Stadt Erfurt für den verwüsteten Kreis Johannisburg in Ostpreußen.
23. März: Zur 4. Kriegsanleihe wurden in Erfurt 36 640 800 Mark gezeichnet.
15. Mai: Einführung der Fleischkarte in Erfurt.
7. Juli: Schließnng des Südfriedhofs und Eröffnung des neuen Hauptfriedhofs an der Binderslebener Landstraße.

1917: 9. März: Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, die Amtskette des Oberbürgermeisters zur Stärkung des Goldbestandes der Reichsbank zu überweisen.
23. März: Auf die 6. Kriegsanleihe beschloß die Stadtverordnetenversammlung 1½ Millionen Mark zu zeichnen; zur Hebung des Kleingeldmangels sollen städtische Gutscheine über 50 Pfg. hergestellt werden und Anfang Juni zur Ausgabe gelangen.
25. Juni: Ausgabe der neueingeführten Kohlenkarten.
19. Oktober: Die 7. Kriegsanleihe erbrachte in Erfurt rund 40 Millionen Mark.

1918: 13. November: In der Stadtverordnetensitzung Neuordnung der städtischen Verwaltung: gemeinsames Arbeiten des Magistrats mit dem Arbeiter- und Soldatenrat, der über die Stadtverwaltung die Kontrolle auszuüben hat.
18. November: Rückkehr des Erfurter Landsturmbataillons XI/8, das am 17. August 1914 ins Feld zog.
29. November: Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, die Nationalversammlung nach Erfurt einzuladen; in den „Münchener Neuesten Nachrichten” wird Erfurt als „künftige Hauptstadt Deutschlands” empfohlen.
17. Dezember: Einzug des Feldartillerie-Regiments Nr. 19.
18. Dezember: Einzug des Infanterie-Regiments Nr. 71, das am 3. August 1914 ins Feld zog.
23. Dezember: Begrüßnng der Jäger zu Pferde Nr. 6 nach ihrem Einzug an demselben Tage vor dem Rathaus.

1919: 30. Januar: Oberbürgermeister a. D. Dr. Hermann Schmidt wird zum Ehrenbürger der Stadt Erfurt ernannt.
27. Februar bis 7. März: Generalstreik.
15. Mai: Inkrafttreten des Wohnungsamts.
18. Juni: Wegen Eisenbahnerstreiks im Direktionsbezirk Erfurt wird über den Stadtbezirk Erfurt der Belagerungszustand verhängt und die Stadt von Regierungstruppen besetzt; bei Zusammenstößen wurden 25 Personen verletzt, von denen drei starben.
11. Oktober: Die seit 1815 bestehende, 1858 von Hattingen a. d. Ruhr nach Erfurt verlegte Gewehrfabrik wird in ein Reichswerk („Deutsche Werke”) verwandelt.
19. Oktober: 100jähriges Jubiläum des Sollerschen Musikvereins.
30. November: Abschied des Oberbürgermeisters Dr. Hermann Schmidt, der seit 2. Dezember 1895 Oberhaupt der Stadt war.
5. Dezember: Amtseinführung des Oberbürgermeisters Dr. Mann.
31. Dezember: Weggang des Musenmsdirektors Dr. Redslob nach Stuttgart (bald darauf Reichskunstwart).

1920: 10. Januar: Einweihung des neuen Handwerkerheims im Komturhof (bis 1925, seitdem Gildehaus am Fischmarkt).
13. bis 28. März: Infolge des Putschversuchs Kapp-Lüttwitz Generalstreik in Erfurt; bei den Unruhen gab es 8 Tote und 73 Verwundete; am 13. stellten die Zeitungen und die Straßenbahn ihre Betriebe ein.
7. Juni: Speisung von 6 000 unterernährten Kindern und Erwachsenen bis zur Ernte durch eine amerikanische Quäkermission.

1921: 15. August: Eisenbahnunglück bei Blockstelle Azmannsdorf.
21. September: Der erste Pferdemarkt in Erfurt; er wurde im neuen Schlacht- und Viehhof abgehalten.
1. Oktober: Eröffnung der Deutschen Bank in Erfurt.
28. November: Oberbürgermeister a. D. Dr. Hermann Schmidt gestorben; am
1. Dezember feierlich beigesetzt.

1922: 1. bis 10. Februar: Eisenbahnerstreik.
14. Februar: Großer Bauerntag in Erfurt.
29. April: 25 Jahre DHV. (Deutscher Handlungsgehilfenverband) in Thüringen; Tagung kaufmännisch. Vereinigungen.
24. Mai: 100jähriges Bestehen der Erfurter Taubstummenanstalt.
27. Mai: 200jährige Verfassungsfeier des Erfurter Bürgerschützenkorps (die älteste urkundliche Nachricht über die Erfurter Bürgerschützen datiert von 1463).
12. Juni: Zweigleisiger Ausbau der Straßenbahn.
15. Juni: Dompropst Prälat Jakob Feldmann, Direktor des Bischöfl. Geistl. Gerichts, gestorben; am 19. Juni feierlich beigesetzt.
27. Juni: Beschluß betr. einer Verbrennungsanlage (Krematorium) auf dem Südfriedhof.
2. Juli: Zum Besten des Erfurter Volksbades singen 5 000 Kinder auf den Domstufen; bei diesem Werbetag kamen rund 75 000 Mark ein.
11. September: 400-Jahrfeier des deutschen Neuen Testaments und Hauptversammlung der Luthergesellschaft.
7. Oktober: Gründung des mitteldeutschen Handwerkerbundes.
16. Oktober: Von jetzt ab wird die Brotkarte nur noch an Minderbemittelte (bis 46 000 „Papiermark” Einkommen) verabfolgt.
14. November: Zwangsweise Einziehung der Brotkarten.

1923: 4. April: Das neuerbaute Krematorium auf dem Südfriedhof wird in Betrieb genommen.
14. April: Tagung des Zentralverbandes Deutscher Kriegsbeschädigter und -hinterbliebener in Erfurt.
13. Juni: Der Bau des Volksbades in Angriff genommen.
27. Juni: Unterbringung von 70 Ruhrflüchllingsfamilien in Erfurt.
13. August: Teuerungsunruhen in Erfurt.
5. Dezember: Erste Preissenkung für Lebensmittel nach halbjähriger andauernder Steigerung.

1924: 17. Februar: Erster Radiovortrag in Erfurt (im Anger-Lichtspieltheater).
15. März: 75jähriges Jubiläum der Buchhandlung Carl Villaret.
6. April: Verlegung des Postscheckamts von der Kasinostraße nach dem Neubau am Reglerring.
6. bis 19. April: Buchdruckerstreik in Erfurt; infolgedessen geben die bürgerlichen Blätter gemeinsam eine „Notzeitung” heraus.
23. und 24. Mai: Städtetag in Erfurt.
1. August: Ein über 4 000 Jahre alles Hockergrab am Steiger entdeckt (Funde im Heimatmuseum).
30. November: Weggang des Museumsdirektors Dr. Walter Kaesbach, als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie.

1925: 7. Januar: Gründung der Erfurter Bibliotheksgesellschaft.
14. Januar: Einweihung des erneuerten Stadthaussaales (am 16. Juni 1924 Erneuerung begonnen).
13. April: Eröffnung des neuen Erfurter Handwerkerheims „Gildehaus” im bisherigen Waltherschen Haus „Zum breiten Herd” am Fischmarkt.
5. und 6. Juli: Einweihung der neuen Erfurter Alpenhütte am Ebener Joch in Tirol (1834 Meter hoch); Anfang Juni bereits dem Verkehr übergeben.
9. Juli: Eröffnung der neuen Erfurter Radrennbahn.
24. Juli: Erfurts „Admiral”, Bademeister Ferdinand Zinserling, 76 Jahre alt, gestorben.
26. Juli: 800-Jahrfeier der Allerheiligenkirche (zum ersten Male 1125 erwähnt).
1. August: Verleger und Herausgeber der „Thüringer Allgemeinen Zeitung” („Erfurter Allgemeiner Anzeiger”) Walter Richters, 49 Jahre alt, in Heidelberg gestorben.
11. September: Erfurt wird wieder Garnison; Vorbereitungen dazu in der Jägerkaserne (Epinaystraße).
17. September: Einzug des neuen Reiterregiments 16 und Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Mann auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz.
30. Oktober (bis 1. November): Erfurt 400 Jahre evangelisch; Festgottesdienst in der Augustinerkirche und Festaktus im Rathaussaal.

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